Kieler Kanu-Klub von 1921 e. V.

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51. ICF Weser-Marathonfahrt 2023 – 80 km stromabwärts

Letztes Jahr waren wir mit einer kleinen Gruppe zum Jubiläums-Wesermarathon. 80 km Weser-abwärts von Hann. Münden nach Holzminden, für mich war es das erste Mal beim Wesermarathon und ich war mir sicher: DAS brauche ich so schnell nicht wieder.

Aber so ein Jahr ist dann halt doch länger als man denkt, und im April juckt es mir in den Fingern. Sollte ich vielleicht doch…? Finde ich so kurzfristig noch jemanden, der mitkommt? Und die Logistik mit dem Bootstransport vom Ziel zurück zum Campingplatz… 

Nach einigem Hin und Her habe ich mich mit Paddelfreunden aus Baden-Württemberg verabredet und wir sind gemeinsam am 07.05.2023 die Silber Distanz von Hann. Münden nach Holzminden gepaddelt. Der diesjährige Ausrichter war der Kanu-Club Hameln, gestartet wurde aber natürlich wieder vom Mündener Kanu Club (MKC), auf dessen schönem Gelände auch wieder gezeltet wurde.

Dieses Jahr gab es insgesamt wohl etwa 900 Meldungen über die drei Distanzen Bronze (Hann. Münden >> Bad Beverungen oder Holzminden >> Hameln), Silber (Hann. Münden >> Holzminden) und Gold (Hann. Münden >> Hameln). Erstmalig gab es dieses Jahr eine zweite Bronze-Distanz von Hedemünden nach Hameln. Damit sollten mehr Paddler am Ziel Hameln ankommen, um hier gemeinsam zu feiern. Allerdings wurde dadurch auch das Teilnehmerfeld weit auseinandergezogen, so dass es sich wirklich nicht wie 900 Teilnehmer anfühlte, sondern deutlich weniger.

Sonntag früh, 05:30. Frühstück am MKC, wir sind schon fast die letzten. So kommen wir wenigstens entspannt in die Boote, und kaum sind wir an der Schleuse, können wir auch schon hinein fahren. Pole-Position, erste Reihe, und ein freundlicher Schleusenwärter, der uns Paddler und ein paar Ruderer in seiner Schleuse sortiert. Neben der Schleuse tragen ein paar Ungeduldige ihre Boote um und stehen Schlange an dem kleinen Anleger, an dem sie hinter der Schleuse ihre Boote einsetzen können. Da sind wir schneller. Kleines Schwätzchen mit fremden Paddlern beim Schleusen, dann kurz sortieren, links auf die Weser abbiegen und los geht es.

Die Weser hat mehr Wasser als im letzten Jahr und damit deutlich Strömung. Das ist schön, denn ich habe dieses Jahr noch kaum Kilometer in den Armen und befürchte, zwischendurch abbrechen zu müssen. Es ist kühler als erwartet, aber trocken und relativ windstill. Die Landschaft ist abwechslungsreich und wir kommen immer wieder mit anderen Paddlern ins Gespräch. Kurzweilig kommen wir zu unserer ersten geplanten Pause in Gieselwerder, kurz vor der Weserbrücke. Hier ist ein Campingplatz mit Anleger, beliebte Pausenstelle von vielen Teilnehmern. Füße vertreten, essen, trinken und wieder los. Vorbei geht es an Bad Beverungen, dem Ziel der Bronze-Etappe. Hier ist viel los und wir beschließen, direkt weiter zu fahren. Das Land wird flacher, die Weser breiter, die Arme schwerer und die Strömung schwächer. Und der Wind frischt auf und kommt natürlich von vorne. Nun ja, irgendwas ist immer. Abbrechen? Och nööö!

Ungefähr bei Kilometer 60, an der Fährklause in Wehrden, machen wir unsere zweite Pause. Und dann noch einmal ins Boot für die letzten 20 km!

Nach ungefähr 8 Stunden im Boot steigen wir am Campingplatz in Holzminden aus den Kajaks und sind froh zu stehen. Beine und Rücken strecken, wie gut das tut. Jetzt noch mit den Booten zu den Autos, einmal quer über den Platz und Parkplatz. Warum hatte ich diesen Weg vergessen? Ein Königreich für einen Bootswagen, aber auch das schaffen unsere müden Arme noch.

Stempel abholen, Kuchen essen und dann wieder nach Hann. Münden. Müde und zufrieden fallen wir später ins Bett.

Der Weser-Marathon, die – wie die Veranstalter sagen – “schönste Schinderei des Frühjahrs”. Ob ich es wieder machen werde? Ich denke schon. Nächstes Jahr? Vielleicht… wer kommt mit?

Isabelle